Ausbildung Wegesuche

Grundlagen

Aufbau der Wegesuche


Grundlagen

Grundlage der Wegesuche ist das Detachieren bzw. Parallellaufen des Hundes. Bei der Wegesuche läuft der Hund parallel zum Hundeführer im Gelände mit ca. 30- 40 Metern Abstand zum Weg. Dies ermöglicht ein relativ schnelles Vorwärtskommen des Teams, da der Hund den körperlich anstrengerenden teil übernimmt und der Hundeführer auf dem "leichten" Weg laufen kann. Ein zweites Team läuft in ca. 100 - 200 Metern Abstand hinter dem ersten Team und sucht auf gleiche Art die andere Wegseite ab.

Da viele Vermisste im näheren Wegbereich aufgefunden werden ist dies ein schnelle und effiziente Taktik zum Absuchen großer Gebiete. Die Hunde müssen hierfür jedoch weit im Gelände suchen, da die Vermissten zwar oft im Bereich der Wege gefunden werden, jedoch gleichzeitig oft vom Weg aus nicht zu sehen sind.

 


Aufbau der Wegesuche

Zum Aufbau der Wegesuche wird im Prinzip wie beim Detachieren vorgegangen. Es ist jedoch gleich im Aufbau darauf zu achten die schwächere Seite des Hundes verstärkt zu fördern. Viele Hunde laufen besser oberhalb des Weges als unterhalb. Dies hat häufig damit zu tun, das bei der Suche unterhalb des Weges zu stark hemmend auf den Hund eingewirkt wird, da dieser anfangs häufiger versucht nach oben zuück zum Hundeführer zu laufen. Zudem besteht beim oben suchenden Hund immer Sichtkontakt zum Hundeführer, beim unten suchenden nicht.

Grundlage ist auch hier eine gute Helferausbildung. Wichtig ist dabei immer auf eine entsprechende Anzeige des Hundes zu achten, auch wenn nur die Wegesuche geübt wird. Wird hier nicht darauf geachtet, ist es zwangsläufig, daß bisher gute Anzeigen des Hundes nun nicht mehr erfolgen, da für den Hund keinerlei Unterschied zwischen Anzeige und Wegesuche in Bezug auf die Anzeige besteht.

Der Aufbau der Wegesuche sollte erst erfolgen wenn der Hund schon zuverlässig detachiert werden kann und eine entsprechende Freude beim Hund dabei vorhanden ist. Diese Detachierübungen werden nun soweit ausgebaut, daß daraus ein Parallellaufen des Hundes in entsprechendem Abstand entsteht. Und zwar in jeder Geländeform, eben, oben und unten.

Ist dies gegeben wird in die Detachierübung ein Helfer mit eingebaut und der Hund mit der Aufforderung zu suchen paralell geschickt. Beim Auffinden des Helfers wird ganz normal weiter gemacht wie bei einer Anzeigeübung auch.

Da die Hunde bei der Wegesuche noch selbständiger suchen als in der Kettensuche ist auch hier darauf zu achten, daß der Hund auch lernt die Aufforderung des Hundeführers zu verweigern, und dies bereits im Aufbau. Ein Hund darf auch beim Üben niemals vom Helfer abgerufen werden, wenn er angezeigt hat. Ansonsten wird es schnell einmal Schwierigkeiten im Einsatz geben. Da die Hunde  frei suchen kann es durchaus vorkommen, daß der Hund bei der Parallelsuche imGelände  die Witterung eines Opfer wahrnimmt, gleichzeitig aber auch Wild abspringt. Die logische Handlung des Hundeführers ist dann den Hund zu sich zurück zu rufen und ihn anschließend weiter voran suchen zu lassen. Und schon ist das Opfer überlaufen. Ein guter Suchhunde muß dieses Zurückrufen verweigern und immer seinen Willen durchsetzten. Ideal natürlich wenn der Hundeführer dies auch versteht.

Doch  auch dies ist möglich zu üben - bei Suchübungen. Der Helfer fordert den Hund so intensiv zum Spielen auf, daß der Hund bei ihm bleibt, während der Hundeführer mit sehr viel Gefühl nur ganz vorsichtig den Hund zu sich ruft. Sollte der Hund trotzdem zum Hundeführer zurück laufen, wird das Ganze nochmals geübt mit gezielterer Intensität von beiden. Natürlich geht der Hundeführer zum Hund zur Bestätigung - auch wenn er das Zurück Kommen verweigert hat - gerade deswegen.