Wassersuche

Grundsätzliches

Warum Suchhunde für die Wassersuche?

Aufbau

Förderung


Grundsätzliches

Gerade bei der Wassersuche muß in der Regel davon ausgegangen werden, daß hierbei keine Lebend- sondern nur noch eine Totbergung erfolgen wird.

Unsere Hunde sind von uns dazu ausgebildet worden menschlichen Geruch zu suchen und uns genau die Stelle anzuzeigen an denen sie diesen Geruch wahrnehmen. Wenn sie jetzt suchen, arbeiten sie selbständig bis sie ihren Erfolg haben, wir als Partner Hundeführer unterstützen sie dabei eigentlich nur noch von der logistischen Seite.

Bei der Wassersuche ändern sich nunmehr entscheidende Faktoren:

  • der Hund kann nicht mehr den gewohnten Geruch finden
  • der Hund kann nicht selbständig zu dem Punkt vordringen, an dem er den Geruch wahrnimmt, sondern er ist auf uns angewiesen
  • der Hund kann seinen Stress bei der Suche (auch positive Motivation ist stressbelastet) nicht mehr durch körperliche Aktionen abreagieren
  • der Hundeführer ist während der gesamten Suche sehr nahe bei seinem Hund, sodaß der Hund jegliche Reaktionen des Hundeführers sozusagen hautnah miterlebt

Um also unsere Hunde richtig auszubilden und im Einsatz tatsächlich helfen zu können müssen wir diesen Punkten Rechnung tragen:

  • unseren Hunden durch eine neue Ausbildung die Möglichkeit geben Leichengeruch orten zu können
  • unsere Beobachtungsgabe dem Hund, den äußeren Bedingungen und den Örtlichkeiten gegenüber weitaus verfeinern
  • die Hundeführer weiter in der Beobachtungsfähigkeit ausbilden, Übersprungsreaktionen ihrer Hunde frühzeitig erkennen zu können und flexibel die Einsatztaktik nach den Reaktionen des Hundes zu richten, um den Stress beim Hund möglichst wieder abzubauen
  • das Verhalten der Hundeführer im Einsatz und unter Stress in Bezug auf ihren Hund gezielter ausbilden

Hunde für Einsätze anzubieten, die nicht in der Leichensuche ausgebildet sind, halte ich selber für unverantwortlich. Wir sind auch hier nur ein Teil der eingesetzten Kräfte und können diese nur unterstützen wenn wir auch können, was wir behaupten zu können. Die Hunde sind auch hier nur ein Mittel zur Ortung. Ohne die Hunde wird der Ertrunkene auch gefunden. Nur wir bieten an, diese Ortung schneller, kräfteschonender und gezielter durchführen zu können. Also müssen auch unsere Hunde erst einmal lernen was sie suchen sollen.

Für die Hundeführer muß eine gezieltere Ausbildung zur Beachtung der äußeren Einflüsse geschehen. Zwar sind den Hundeführern durchaus die Bedeutung von Windstärken und - richtungen in den anderen Ausbildungsparten bekannt , bei der Wassersuche kann der Hund jedoch nicht mehr selbstständig die Fehler seines Partners korrigieren. In der Fläche oder in Trümmern kann er sich dem Hundeführer widersetzten, weil er es nun einmal besser riecht - bei der Wassersuche ist er diesbezüglich vollkommen vom Partner Mensch abhängig.

Wer wann wie mit seinem Hund in dieser Sparte beginnt bleibt jedem selber überlassen, es ist jedoch bedeutend einfacher, wenn beide zusammen schon so viel gelernt haben, daß es auch in der Fläche und in Trümmern zuverlässig klappt. Da bei der Wassersuche das Verhalten des Hundeführers von entscheidender Bedeutung ist, so hier auf die Page "Anzeige" verwiesen.

Dies beziehe ich auf die Wassersuche, nicht auf die Leichensuche. Hier bin ich nach wie vor der Meinung, daß alle Suchhunde auch in diesem Bereich ausgebildet gehören. Die Realität bei Einsätzen fordert dies ganz einfach. Wenn dem in den Prüfungsordnungen nicht Rechnung getragen wird, weil Suchhunde offiziell zur Rettung von Menschenleben ausgebildet werden, dann sollte man fairerweise auch keinerlei Suchen mehr durchführen, bei denen mit einem Überleben des Opfers nicht mehr gerechnet werden kann. Überlaufene Opfer machen den Einsatz von Suchhunden sinnlos.

Da für diesen Bereich keine Prüfungsordnungen bestehen ist auch der Erfahrungsaustausch zwischen den Staffeln sehr gering, so daß auch heute noch experimentiert werden muß in der Ausbildung.

Seit ca. 8 Jahren werden in Deutschland Suchhunde zur Ortung Ertrunkener eingesetzt. Die daraus entstandenen Erfahrungen sollten so langsam auch in der Ausbildung umgesetzt werden können.

Dies soll nunmehr ein Anfang dafür sein.


Warum Suchhunde für die Wassersuche?

Taucher und Rettungskräfte stehen bei einem Ertrunkenenfall immer wieder vor den gleichen Schwierigkeiten. Mit relativ wenigen zur Verfügung stehenden Kräften muß ein Gebiet abgesucht werden, daß meist nur sehr wage beschrieben werden kann. Zudem steht ihnen für die Arbeit unter Wasser hierfür nur ein begrenzter Zeitraum zur Verfügung.

An technischem Hilfsmaterial stehen ihnen für die Suche das Sonar, Echolot und Scheinwerfer zur Verfügung, von denen oftmals nichts effektiv eingesetzt werden kann. Somit bleibt oft nur die Suche "von Hand", d.h. an einer Führleine in einer Art Suchkette im Radius um die vermeintlche Ortungsstelle herum, bis einer den Vermissten tastet.

Da der Gewässergrund meist schlammig und die Sicht unter Wasser oft gleich null ist, ist allein die Suche für die Taucher sehr kräftezehrend. Muß die Suche in fließenden Gewässern durchgeführt werden, kommen außerdem Gefahrenquellen für die Taucher dazu, die deren Einsatz nicht ungefährlich machen.

Somit ist es für Taucher schon eine Hilfe, wenn der Suchradius z.B. von 100 Meter auf 15 Meter reduziert werden kann. Die Beschreibung des Ortes von Beobachtern des Unglücksfalles sind in der Regel so ungenau, daß ein Radius von 100 Metern schon ziemlich klein ist. Bei fließenden Gewässern oder in Überflutungsgebieten vergrößert sich das Suchgebiet entsprechend der Zeit dermaßen, das praktisch nur noch Wehre und Rechen abgesucht werden können.

Ein Mittel zur Ortung, bzw. zur Eingrenzung des Suchgebietes ist der Einsatz von Suchhunden.

Wie es den Hunden möglich ist Ertrunkene selbst im Tiefen von 30 - 40 Metern zu orten, wird man niemals genau wissen. Es gibt Erklärungsversuche in der Richtung, daß Hunde aufströmende Verwesungsgase, Hautpartikel, Haaröle, Exkremente etc. riechen, was wir durch unsere Ausbildungsmethode jedoch nicht bestätigen können. Unsere Hunde finden die 20 x 30 cm großen Suchobjekte selbst dann noch, wenn diese im Schlamm versunken sind. Bei diesen Suchobjekten wird nichts von dem zuvor genannten frei gesetzt.

In zahlreichen Einsätzen haben sie diese Ausbildungsmethode bestätigt.

Man muß jedoch immer dazu sagen, daß es auch durch den Einsatz von Suchhunden nicht möglich ist die Stelle, an der ein Vermisster auf dem Grund liegt, auf den Punkt genau bestimmen zu können.

Äußere Faktoren wie

  • Tiefe des Gewässers
  • Strömungsverhältnisse unter Wasser
  • Oberflächen Strömungsverhältnisse
  • Windstärke

bestimmen den Radius an der Wasseroberfläche innerhalb dessen der Hund Witterung aufnehmen kann. Man stellt sich die Geruchsverteilung kegelförmig vor mit der Spitze des Kegels beim Opfer. Je stärker die genannten Faktoren einwirken desto größer ist der Oberflächenradius.

Auch wir der Hund bei der Wassersuche vom Boot aus nicht die uns gewöhnte ausdauernde Anzeige machen. Zumindest bei der Erstanzeige des Hundes ist dies häufiger der Fall, so daß für die anderen Helfer oft der Eindruck entsteht der Hund würde nichts finden. Außenstehende erwarten ganz einfach ein ausdauerndes Bellen vom Hund.

Wie auch die uns gewohnte Anzeige aufgebaut werden kann soll im nachfolgenden erklärt werden.

 


Aufbau

Bevor man mit der Ausbildung beginnen kann, steht naturlich die Gretchenfrage womit ?

Als dieses Sparte noch neu war wurde mit allem möglichen experimentiert, es gab sgar den Hinweis aus England Schweinefleisch dafür zu verwenden. Vor allem wurde es aber mit

  • Tauchern
  • chemischen Stoffen aus dem USA
  • Haaren
  • Knochen und Zähnen
  • Leichenteile

versucht.

Schnell zeigten sich hierbei die unterschiedlichsten Schwierigkeiten, die zwar bei Übungen noch zu meistern waren, bei richtigen Einsätzen jedoch häufig zu Fehlanzeigen führten.

Die Verwendung von Tauchern ist zwar relativ einfach für die Planung des Übungsaufbaus, birgt jedoch einige Gefahrenpunkte. Beim Einsatz von Tauchern werden nun einmal Luftblasen frei, die für den Hund nicht nur ein optisches Signal sondern auch ein geruchliches sind. Die Verwendung von Umluftgeräten reduziert diesen Fehler ist jedoch nur mit größerem Aufabu zu bewerkstelligen. Das Legen von Schläuchen für die Abluft ist hier einfacher zu kontruieren, läßt jedoch keine Suchen im offenen Gewässer zu. Bei selber gebauten Taucherglocken kann zwar auch auf dem See gesucht werden, es ist jedoch einiges an Logistik hierfür notwendig.

Viel wichtiger sind jedoch zwei Punkte

1. der Hund wird auf den Geruch eines Lebenden ausgebildet, also lediglich seine Suche dahin gehend verfeinert Menschengeruch auch unter Wasser zu orten

2. die Ausbildung ist nur sporadisch, keinesfalls kontinuierlich, möglich unter entsprechendem Zeitdruck


Chemische Stoffe scheine zwar recht gut zu funktionieren, haben aber auch ihre Nachteile. So ist der entstehende Geruch nun einmal von Menschen nach menschlichen Vorstellungen produziert worden. Da wir aber nicht über die Fähigkeiten des Hundes verfügen, können wir auch nicht nachprüfen, was er genau riecht und ob dies dem wirklichen Geruch nahe kommt. Ein weiterer Nachteil sind die nicht unerheblichen Kosten und die begrenzte Aufbewahrungszeit. Wird das Döschen zu oft geöffnet und nicht kühl gelagert verflüchtigt sich der Stoff relativ schnell. Auch ide Größe der Teile ist nicht unbedingt zufriedenstellend. Der Vorteil liegt jedoch darin, daß jederzeit eine Übungsmöglichkeit besteht, wenn man bereit ist entsprechend zu investieren.


Haare sind da doch schon einiges besser, weil billig und jederzeit zu bekommen. Nachteil bei Haaren ist jedoch, daß diese möglichst unbehandelt verwendet werden sollten. Die meisten Haare vom Frisör sind jedoch behandelt und gemischt mit anderen Haaren, sodaß sich für den Hund gerade in der Anfangsausbildung ein recht wirres Geruchsbild ergibt. Weitere Nachteil von Haaren ist zudem, daß sie relativ schnell Fremdgerüche annehmen, was ihre Qualität als Ausbildungsobjekt deutlich mindert. Zudem kann es im Einsatz vorkommen, das dem Hund die Witterungsaufnahme deutlich erschwert wird, wenn es sich um ein sehr junges oder schon alteres Opfer handelt, mit entsprechend geringem Haarwuchs.


Zähne und Knochen haben den Nachteil, das der Hund auf ein Geruchsbild ausgebildet wird, bei dem das Opfer schon so lange im Wasser liegt, das selbst wenn er Hund finden würde eigentlich nichts mehr zum finden da ist. Wenn der Prozess schon so weit fortgeschritten ist, wird realistisch gesehen sicherlich kein Suchhund mehr eingesetzt. Zumal auf Grund der Wassertemperaturen in größeren Tiefen mit einem entsprechend langsamen Verwesungsprozess zu rechnen ist.


Leichenteile sind unbestritten die beste Ausbildungsmöglichkeit - wenn man es kann. Wir selber nehmen diese Möglichkeit grundsätzlich nicht wahr, da wir einen Verstorbenen nicht als Übungsobjekt mißbrauchen können, aus Respekt ihm gegenüber. Wenn man die Möglichkeit für diese Art der Ausbildung hat, was richtiger Weise äußerst schwierig ist, besteht zudem immer die Gefahr daß dies publik wird und die Öffentlichkeit wird berechtigter Weise dies als extrem pietätslos empfinden.


Wie also dann ?

Zwei Voraussetzungen müssen von Anfang an vorliegen:

Ausbildung auf Leichengeruch

Ausbildung zu jeder Zeit ohne Kostenaufwand


Für die Ausbildung verwenden wir aus den o.g. Gründen Leichentücher. Sie haben den Vorteil, daß sie relativ lange aufbewahrt werden können, leicht zu beschaffen sind, unterschiedlich stark im Geruch sind und von jedem Hundeführer ohne Zeitdruck zur Ausbildung verwendet werden können. Die Gefahr, daß ein Hund nebenbei auf den Geruch einer Stoffart ausgebildet wird, besteht allein deshalb nicht, weil diese Lücher immer wieder aus unterschiedlichsten Materialien sind. Da diese Tücher nicht die zuvor genannten Partikel freisetzen scheint meiner Meinung nach diese These auch widerlegt zu sein. Ein Nachteil der Tücher ist jedoch, das sich beim längeren Aufbewahren Bakterien bilden können, gegen die man sich schützen sollte. Da die Tücher jedoch häufig Spuren von Urin oder Blut enthalten, sollte man zur eigenen Sicherheit Handschuhe benutzen.

Wir bauen unsere Hunde für die Wassersuche konsequent spielerisch auf. Bisher waren zwar alle Hunde schon einmal mit Verwesungsgeruch in Berührung gekommen, dies jedoch meist so, daß wir es unterbunden haben. Einfach gesagt, wenn unsere Hunde einmal Aas gefunden haben und auf ihre Hundeart darauf reagiert haben, haben wir als Hundeführer es ihnen verboten sich zu wälzen oder das Aas zu fressen. Verwesungsgeruch ist also im Laufe der Zeit beim Hund negativ verknüpft worden. Um dies für den Bereich den wir wollen wieder aufzuheben, gehen wir am Anfang vor allem spielerisch in der Ausbildung vor. Der Hund lernt dadurch daß das Finden eines ähnlichen Geruch für ihn Erfolg / Spiel bedeutet.

Das Leichentuch ersetzt in diesem Stadium den ganz normalen Lappen, mit dem wir mit dem Hund sonst unsere Beutespiele machen. Durch gezieltes gefühlvolles Vorenthalten der "Beute" wird diese für ihn immer interessanter, sodaß sich hierbei die ganz normale Anzeige wiederum aufbauen läßt. Frustration die Beute nicht zu bekommen führt auch hier zu der Übersprungshandlung "Bellen" die wir gezielt nutzen für das von uns gewünschte. daraus entsteht ein Lernen, sodaß Bellen letzendlich nicht mehr über Frustration entsteht sondern vom Hund gezielt angewandt wird.

Erst wenn der Hund dies erlernt hat, gehen wir zum nächsten Schritt, dem Suchen über. Hierbei wir der Handlungsablauf beim Suchen bis zum Spannungsabbau durch eine Endhandlung ausgebaut. Einfach gesagt, der natürliche Fresstrieb des Hundes wird hierfür verwendet. Fressen ist für den Hund immer positiv. Er hat zudem gelernt zu einer bestimmten Tageszeit gefüttert zu werden und kommt somit in diesem Zeitraum schon automatisch in die gewünschte Triebstimmung. Wir können also den kompletten Handlungsablauf bis zur Triebbefriedigung ausnutzen wenn wir den Hund zu dieser Zeit das Tuch suchen, finden, anzeigen, "totschütteln" lassen und als Ersatz in der Endhandlung das Fressen anbieten. Da in unserem Aufbau die Endhandlung und somit der Spannungsabbau nur erfolgen kann wenn der Hund gefunden hat, lernt der Hund sehr schnell zu finden um den Trieb befriedigen zu können. Es geht hier wie bei den anderen Aufbauen von Suchen nicht um das Anzeigen sondern um die Förderung des Suchtriebes und die entsprechenden positiven Verknüpfungen.


Wenn wir zusätzlich noch die gewünschte Anzeige erreichen wollen, müssen wir uns entsprechend verhalten. Über den gezielten gefühlvollen Aufbau des Bellens sei hier auf die Page "Anzeige" hingewiesen.


Wichtig für diese Suchsparte ist noch zu erwähnen Tücher zur Suche nicht mehr als einmal zu verwenden. Der Hund bekommt von uns ja die Möglichkeit mit ihnen zu spielen, d.h. er speichelt sie logischerweise dabei ein. Der eignetliche Geruch wird also mehr oder weniger dabei überdeckt. Da wir selber wieder einmal nicht überprüfen können wie stark der gewünschte Geruch nach mehrmaligem Gebrauch noch vorhanden ist, sollten wir sicherheitshalber dieses Tuch nicht mehr verwenden. da aus einem T-Shirt jedoch beliebig viele Suchobjekte gemacht werden können, sollte dies kein Problem sein.


Hat der Hund das Suchen nach dem Tuch mit dem Futter verknüpft und sind bereits unsere Suchvorbereitungen für ihn der Reiz für die Auslösung der Triebstimmung geworden, gehen wir dazu über die Aufgabe schwieriger zu gestalten. Dies läßt sich erreichen indem zum Beispiel:

  • das Tuch in der Größe bis auf ca. 5 x 5 cm verkleinert wird
  • das Tuch in verschiedenen Behältern versteckt wird, bis es letztendlich in einer luftdichten Filmdose oder ähnlichen zum Suchen ausgelegt oder vergraben wird
  • die Suchsituation für den Hund immer schwieriger gestaltet wird, bis er letztendlich die Dose in der Innenstadt ziwschen den Passanten sucht (da niemand weiß was der Hund sucht, sondern höchstens mal eine Filmdose sieht ist dies ohne Probleme möglich)
  • das Tuch in einem anderen Geruchsumfeld (eigene Kleidung, Abfall, Futterreste, Maschinenbereiche etc.) versteckt wird
  • die Zeitabstände zur Suche immer weiter bis auf mehrere Tage Liegezeit vergrößert werden
  • die Suche auch im Beisein anderer spielender Hunde durchgeführt wird
  • das Tuch in die normalen Suchübungen bei der Suchhundeausbildung integriert wird

In diesem Stadium gehen wir auch dazu über die Endhandlung "Fressen" wieder abzubauen und in die Endhandlung Körperkontakt im Bereich Meutetrieb umzulenken. Auch hier sei wieder auf die Page "Anzeige" verwiesen.


Erst wenn der Hund fähig ist diese Suchaufgaben erfolgreich zu lösen und mir Freude bei der Suche dabei ist, gehen wir zum eigentlichen, der Wassersuche über. Kleinere Pfützen oder Wassereimer eignen sich für den Anfang vorzüglich. Hunde neigen dazu hier auch mit den Augen zu suchen. Es ist also nicht anzuraten in einem hellen Eimer ein dunkles Objekt zu verstecken, sonst wird der Hund anfangen die Eimer mit den Augen abzusuchen. Deckel auf den Eimern können dieses Problem verhindern und zwingen den Hund zu einer Anzeige um zum Erfolg zu kommen. Ansonsten versuchen sie es häufiger das Tuch mit dem Maul aus dem Wasser zu holen. In Pfützen sollte der Untergrund mit aufgewühlt werden um eine optische Orientierung zu vermeiden. Holt der Hund das Objekt aus der Pfütze anstatt zu bellen sollten wir ihn gewähren lassen und vor dem abschließenden Spiel auf einer Anzeige bestehen. Besser ist es jedoch so gefühlvoll auf ihn einzuwirken, daß eine ausdauernde Anzeige erfolgt. Da wir selber die Eimer anfassen und zu den Eimern laufen, sollten wir auch darauf achten die so gelegte Spur zu verwischen um dem Hund die Suche zu erschweren bzw. nicht auf unseren Geruch sondern auf den gewünschten zu lenken. Anzumerken ist hierbei noch, daß Hunde durchaus in der Lage sind gezielt ein Objekt aus dem Wasser zu holen, wenn sie dabei mit dem ganzen Kopf unter Wasser müssen und eine optische Orientierung für die nicht möglich ist. Viele Hundebesitzer kennen dies in Bezug auf Steine die sie in einen Fluß werfen - orientiert sich der Hund dabei auch mit der Nase obwohl er unter Wasser natürlich nicht atmen kann ????? Oder setzt er dabei seine Geschmackszellen im Naulbereich mit ein ? Ich denke wie Hunde ein Objekt unter Wasser finden können, diese Erklärung werden wir Menschen nicht finden. Und mit diesem Hintergrund sollten wir auch in der Ausbildung und Einsatz bei der Wassersuche vorgehen.

In dieser Phase ist es sinnvoll sporadisch wieder die Endhandlung "Fressen" mit einzubauen, insbesondere wenn der Bezug zwischen Hund und Mensch nicht zufriedenstellend gefördert worden ist. Grundsätzlich ist aber eine Aktivierung des Meutetriebes dem des Fresstriebes vorzuziehen.

 


Förderung

Nach Abschluss der Aufbauphase ist unser Hund also nunmehr in der Lage Leichengeruch im Wasser, bei leichten Suchaufgaben, zu orten und und zuverlässig durch ausdauerndes Bellen anzuzeigen. Die Förderung muß nunmehr auf den Bereich Einsatz erfolgen.

Im Einsatz werden die Hunde auf zwei Arten eingesetzt:

  • der Suche vom Ufer aus (insbesondere bei Suchen an kleineren fließenden Gewässern, am Rande von Überschwemmungs - gebieten, in eingeschlämmten Räumen bei der Trümmersuche)
  • vom Boot aus, dem häufugsten Einsatzfall

Nach diesen Gesichtspunkten muß sich also unsere Ausbildung richten.

Da es einfacher ist Hundeführer für die Ufersuche auszubilden beginnen wir mit diesem Bereich. Der Hund wird hier wie bei einer Wegesuche eingesetzt, d.h. der Hund sucht selbstständig den Uferbereich ab, während der Hundeführer parallel dazu oder in einem Abstand, der sich nach den äußeren Verhältnissen richtet, hinter seinem Hund läuft. Wegesuche müssen also zuvor schon für beide Partner eine bekannte Suchtaktik sein. Beim Einsatz von 2 Teams wird genauso vorgegangen wie bei der Wegesuche. Ist der Bereich Wegesuche noch nicht ausgebildet muß dies spätestens jetzt geschehen. Aufbau und Förderung der Wegesuche sind in der entsprechenden Page nachzulesen. Zwei Faktoren bestimmen die Einsatztaktik des Hundeführers Fließrichtung und -stärke sowie Windrichtung und -stärke. Grundsätzlich sollte nach Möglichkeit gegen die Fließrichtung gesucht werden. Ist dies nicht möglich darf das Zurückrevieren des Hundes vom Hundeführer nur in extremen Gefahrensituationen gehemmt werden. Der Hundeführer hat auf diese Zeichen seines Hundes immer zu reagieren.

Zu Anfang dieser Phase steht also eindeutig die Ausbildung des Hundeführers im Vordergrund, damit die Suche des Hundes vom Hundeführer nicht zunichte gemacht wird. Er sollte lernen seinen Hund  noch besser zu verstehen, ihn absolut selbstständig arbeiten zu lassen, auch bei Anzeigen (insbesondere bei sog. diffusen Anzeigen) möglichst wenig akkustisch auf den Hund einzuwirken und die äußeren Einflüsse noch mehr für die Erklärung des Verhaltens des Hundes mit einzubeziehen.

Als weitere Maßnahme ist darauf zu achten, daß bereits zu Beginn darauf geachtet wird, daß das Springen des Hundes in das Ge- wässer gehemmt wird. Zwar hätte der Hund dadurch die Möglichkeit selbstständig zum Ortungspunkt vorzudringen, es ergeben sich jedoch für den Einsatz unerwünschte Verknüpfungen. Hunde die dazu ausgebildet werden zum Ortungspunkt zu schwimmen, müßten in jeder Übung / Einsatz mit einer Schwimmweste und Führleine gesichert werden. Die Einsätze finden nicht nur in ruhigen Gewässern statt, sondern häufig auch bei starken Strömungen, weit draußen auf offenen Gewässern bzw. in Überflutungsgebieten in denen Gefahrenpunkte nicht sofort erkennbar sind. Wir sollten uns immer vor Augen halten, daß sich hier ein tödlicher Unfall ereignet hat. Unsere Verantwortung dem Hund gegenüber ist also auch hier genauso gefragt,  wie bei anderen Einsätzen. Ein schwimmender Hund läßt sich zudem recht schwer wieder ins Boot bekommen und eine Eingrenzung des Ortungspunktes ist durchaus auch möglich ohne den Hund weiteren Gefahren auszusetzen.

Gerade durch das Unterbinden erreichen wir wieder beim Hund einen Frustrationszustand, wie zu Beginn der Ausbildung auch, der sich im einer Übersprungshandlung lösen wird, dem von uns gewünschten Bellen. Eine eindeutige Anzeige, also ausdauerndes Bellen, ist bedeutend wichtiger als dem Hund zu ermöglichen zum Ortungspunkt zu kommen.

Zu Beginn wird das Tuch (in einem Nylonstrumpf und mit einem Stein beschwert) im Uferbereich versteckt und mit einem Nylonfaden gesichert. Dabei ist darauf zu achten, daß dieser Faden beim Vorbeilaufen des Hundes diesen nicht berühren kann, ansonsten sind unerwünschte Verknüpfungen möglich. Damit auch der Hundeführer keinerlei Hinweise hat, werden zusätzlich weitere Strümpfe auf die gleiche Art versteckt, die jedoch keine Tücher enthalten. Für jedes Team ist jeweils ein Tuch an einer anderen Stelle zu verstecken, damit wie bei Fläche und Trümmern der Hund das Objekt und nicht die Fährten seiner Vorgänger suchen muß. Da der Hund nach der Anzeige das Objekt zum Spielen bekommt, braucht man für jedes Team sowieso ein neues Objekt. Für den Übungsaufbau bedeutet dies, daß entweder jeweils ein Objekt versteckt werden muß und das Team nach entsprechender Liegezeit zur Suche geschickt wird oder daß die Objekte gleichzeitig versteckt werden, hierbei jedoch in einem Mindestabstand von 300 - 400 Metern.

Im Laufe der Zeit werden die Tiefen und Liegezeiten dabei variiert und auch Bootsstege, Kiesbagger etc. dafür verwendet. Auch unangekündigte Einsatzübungen lassen sich in diesem Bereich leicht durchführen.


Erst wenn beide Teile des Teams zuverlässig bei der Ufersuche zusammenarbeiten, kann zur Bootssuche übergegangen werden. Selbstverständlich ist das Gewöhnen des Hundes an Boote unterschiedlichster Bauweisen Voraussetzung für jeglichen Übungs- aufbau.   Bei der Verwendung von Motorbooten ist nicht nur auf die Sicherheit des Hundes gesondert zu achten, sondern auch drauf daß die Abgase des Motors die Suche des Hundes nicht behindern. Motorboote eignen sich besonders gut zur Suche, da es mit ihnen möglich ist den Suchbereich gewissermaßen gezielt aufzuwühlen und nach entsprechender Zeit eine Nachsuche durchzuführen.

Warum erst jetzt ? Bei der Bootssuche ist es dem Hund nicht mehr möglich selbstständig zu suchen. Seine Suche ist absolut von unserm Verhalten abhängig. Das heißt wir fahren mit ihm in den Geruch hinein und wieder heraus. Wenn wir die Anzeichen des Hundes dabei nicht beachten ist eine Suche des Hundes unmöglich. Zudem setzt es einiges an Übung und Einsatzerfahrung voraus, die Schläge des Reviers, welches wir mit dem Boot fahren den Ströumngs- und Windverhältnissen anzupassen. Gerade weil der Hund bei diesen Einsätzen nicht selbstständig arbeiten kann, bedeuten diese Einsätze extremen Stress für ihn.

Zu enge Schläge und somit eine zu lange Zeit bis zum Erreichen des Ortungspunktes führen dazu, daß die Anzeigen des Hundes immer schwächer werden. Wir sehen dies als mangelnde Motivation und wirken oft aufmunternd auf ihn ein. Meist zu einem Zeitpunkt den wir für richtig halten, der aber mit einer Witterungsaufnahme oft nichts zu tun hat - die Fehlanzeige folgt sofort. Der Hund muß seinen Stress los werden um seine Nerven zu entlasten. Alles was ihn dafür sonst zur Verfügung steht wir auf dem Boot von uns unterbunden. Hektisches Herumlaufen, Kratzen im Boot, Springen ins Wasser - all das können wir unter dem Aspekt der Sicherheit nicht zulassen. Somit kommt es beim Hund zu einer Apathie zur Nervenentlastung, einem Verhalten das uns auch bei anderen Übungsteilen manchmal bekannt ist.

Zu große Schläge führen dazu, daß wir das Geruchsfeld überfahren. Wir müssen zurück und neu aufbauen. Machen wir dies zu häufig führt dies wiederum zum o.g. Verhalten des Hundes.


Auch die praktisch körperliche Nähe des Hundeführers wirkt sich oft negativ auf das Suchverhalten des Hundes aus, insbesondere im Einsatz. Zu oft findet sich hierbei wieder das Schüler / Lehrer Verhältnis wieder. Wir glauben zu wissen wo der Hund was finden soll und dem entsprechend verhalten wir uns auch. Hier seien alle nochmals eindringlich darauf hingewiesen, daß der Hundeführer bei der Wasserssuche total auf seinen Hund angewiesen ist. Ohne Hund wäre die Suche des Hundeführers vollkommen sinnlos. Wenn schon aus dem Gesichtspunkt Schüler / Lehrer das Ganze gesehen wird, dann ist hier der Hundeführer eindeutig der Schüler. Ich weiß, daß dies selbstverständlich jedem bekannnt ist und jeder weiß das Mensch und Hund ein Team sind, nur die praktischen Erfahrungen mit dem Verhalten der Hundeführer belehren mich leider öfters das anderen. Kommen in solchen Situationen noch aufmunterndes Verhaltend des Hundeführers auf leiseste Anzeichen des Hundes  hinzu, ist die Fehlanzeige programmiert. Im Gegenteil der Hundeführer sollte sich bei Übungen und später natürlich auch im Einsatz dem Hund gegenüber möglichst passiv Verhalten und eine gewisse Ruhe ausstrahlen. Er hat zwar auf das Verhalten des Hundes zu achten um die Bootsmannschaften für die weitere Suche dirigieren zu können, eine Unterstützung des Hundes darf aber erst bei eindeutigen Anzeigen, und damit meine ich vollkommen selbstständiges ausdauerndes Bellen des Hundes, erfolgen.

Von besonderer Bedeutung ist hier das Verhalten des Hundeführers bei der Kontrollanzeige. Hier ist meist eine Anzeige program- miert, aber oft nicht weil der Hund etwas findet, sondern weil der Hundeführer diese Anzeige provoziert. Selbstverständlich möchte man schnellstmöglich eine Bestätigung der Erstanzeige. Im Gegensatz zur Trümmersuche, bei der im Einsatz der Zeitfaktor entscheidend ist, spielt dieser bei der Wassersuche eine untergeordnete Rolle. Für Übungen gilt dies natürlich für alle Sparten, wird aber zu häufig außer Acht gelassen. Nach Möglichkeit sollte dem Kontrollteam nur ein grobes Suchgebiet zugewiesen werden, keinesfalls ein konkreter Ortungspunkt. Auch die Bootsmannschaft ist möglichst schon vor Beginn des Einsatzes darauf hinzuweisen, sich nur nach den Anweisungen des Hundeführers zu richten. Ansonsten kommt es spätestens bei der Kontrollanzeige dazu, daß diese automatisch den Ortungspunkt ansteuern. Nur ein unbefangener Hundeführer lässt seinem Hund die Möglichkeit der Anzeige, also muß derjenige der die Kontrolle durchführt auch die Möglichkeit dazu haben.

Die Verwendung von Bojen zur Markierung des Punktes ist zu vermeiden. Zur Orientierung bei der Wassersuche sein auf die Page Taktik verwiesen.

Wie kann nun die Bestätigung für den Hund bei der Suche vom Boot aus erfolgen. Beim Einsatz von tauchern ist dies relativ einfach. Beide Boote bleiben in der Nähe des Ortungspunktes und die Taucher geben den Hunden das Suchobjekt. Da jedoch zwischen Anzeige und Betsätigung ein relativ langer Zeitraum liegen kann, sollten die Hunde kurz vor Auftauchen der Taucher (Signal mit einer Leine) nochmals die Möglichkeit zum Suchen mit entsprechender Anzeige haben. Sind keine Taucher mit dabei kann der Punkt beim Versneken schon mit einem gasgefülltem Ballon markiert werden. An der Schnur läßt sich das Objekt vom Hundeführer leicht an die Wasseroberfläche holen. Selbstverständlich müssen hierbei auch Punkte markiert werden an denen kein Suchobjekt versteckt worden ist.

Zur weiteren Förderung wird bei der Suche vom Boot aus genauso vorgegangen wie bei der Ufersuche auch.

Wichtigste Förderung ist meiner Meinung nach jedoch das tägliche Üben / Spielen des Hundeführers mit den Tüchern in alltäglichen Situationen. Da der Hundeführer die Reaktionen seines Hundes ganz genau kennen muß, hat er im Alltag oftmals mehr Gelegenheit dazu dies zu lernen. Der Übungsalltag ist doch oft unter einem gewissen Zeit- und Erfolgsdruck. Ausbilder sollten deshalb dringenst daruf achten diesen so gering wie möglich zu halten und sich für jeden Übungsteilnehmer genügend Zeit und Muße nehmen. Nur so können Anfänger aber auch "alte Hasen" weiter gefördert werden.

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Mehr Informationen finden Sie auf unserer anderen Webseite www.wassersuchhunde.de oder auf der im Shop erhältlichen DC zum Thema Wassersuchhunde.