Immer wieder kommt uns auch bei uns vor, daß Menschen aus unterschiedlichsten Gründen nicht wieder nach Hause zurückkehren.

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  • insbesondere bei älteren Personen kommt es auf Grund von Verwirrheitszuständen und der oft dringend benötigten Gabe lebens wichtiger Medikamente oft zu lebensgefährlichen Situationen, wenn sie verwirrt umherirren

  • da ist das spielende Kind, daß sich ganz einfach verlaufen hat

  • der Jogger, Mountainbiker, Drachenflieger, Reiter, der einen Sportunfall erlitten hat und hilflos im Wald liegt und auf Hilfe hofft

  • der Wanderer, Pilzsucher oder Jäger, der einen Schwächeanfall erlitten hat und dringend ärztliche Hilfe benötigt

  • der behinderte Mitmensch, der nicht nach Hause zurück findet

  • das Opfer eines Verkehrsunfalles, das unter Schock blindlings vom Unfallort fortgelaufen ist

  • die Opfer größerer Unfälle, die im Schockzustand ungeachtet ihrer schwerwiegenden Verletzungen umherrirren

  • der suizidgefährdete Mitmensch - auch wenn man hierbei auch die Entscheidung des Betreffenden zu akzeptieren hat, Suizidopfer werden oft erst nach sehr langer Zeit aufgefunden, eine unerträg- liche Situation für die Angehörigen.


Bei einem Vermisstenfall steht die Einsatzleitung immer wieder vor den gleichen Problemen.

Innerhalb möglichst kurzer Zeit muß mit den zur Verfügung stehenden Hilfskräften ein möglichst großes Gebiet abgesucht werden um den Vermissten zu finden. Zusätzliche Faktoren wie Witterung, Grund des Verschwindens, körperlicher Zustand und Geländebeschaffenheit des Such- gebietes wirken sich negativ auf den Zeitfaktor aus.

Für Suchaktionen stehen die Mitglieder der Feuerwehren, der Bergwacht, des DRK oder anderer Hilfsdienste, ev. des DLRG - bei größeren Aktionen auch Hundertschaften der Polizei, das THW und die Bundeswehr zur Verfügung.

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Ein bedeutendes Hilfsmittel, welches leider oft nicht verfügbar ist, sind Helikopter,  die mit einer speziellen Wärmesuchkamera ausgestattet sind.

Neben der eigentlichen Suchaktion muß paralell über die Fahndung der Verbleib des Vermissten durch die Polizei abgeklärt werden.

Es gilt also die verfügbaren Kräfte so effektiv wie möglich einzusetzen.


Hier nun können

Suchhunde

entscheidend die Suchkräfte entlasten.

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Der Mensch ist nun einmal bei der Suche auf seine Augen angewiesen und somit gerade bei Suchen in der Dunkelheit trotz Taschenlampen nur bedingt einsetzbar.

Der Hund ist dem Menschen durch seine Nase absolut überlegen.

Man stelle sich nur einmal vor wieviel Helfer not- wendig wären Nachts eine Tannenschonung von 50 x 100 Meter auf den Knien kriechend abzusuchen - und wie lange sie dafür bräuchten.

2 Suchhunde können diese Aufgabe innerhalb von 3- 4 Minuten lösen. Können die Hunde gegen die Windrichtung zum Suchen geschickt werden, wird hierfür sogar nur ein Hund und ca. 2-3 Minuten benötigt.

Da die Hunde freilaufend eingesetzt werden, sind Böschungen, Dickichte, Bäche etc. für sie kein Hindernis. Ihre körperlichen Fähigkeiten können sie hier voll einsetzen.

Spezielle Suchtaktiken führen zudem dazu, daß ein bestimmtes Gebiet sehr zügig abgesucht werden kann.

Bei der Wegesuche werden die Hunde z.B. so eingesetzt, daß je ein Hund im Abstand von 30- 40 Meter parallel zum Weg im Gelände sucht, während sein Hundeführer auf dem Weg bleibt und somit schneller vorwärts kommen kann. Diese Such- taktik ist sinnvoll, da viele Vermisste in der Nähe von Wegen gefunden werden, jedoch oft soweit im Gelände, daß sie vom Weg aus nicht zu sehen sind.

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Je nach vorrangigem Einsatzgebiet und den Er- fahrungen bisheriger Einsätze haben Suchhunde- führer der verschiedenen Länder für ihre Gegeben- heiten spezielle Suchtaktiken entwickelt

Aus diesem Grund lernen die Hunde auch sich von ihrem Hundeführer in bestimmt Suchrichtungen schicken zu lassen und trotzdem noch selbständig zu suchen. So ist es möglich, daß der Hund dem Menschen schwer zugängliche Stellen selbstständig absucht. Obwohl die Hunde körper- lich bedeutend mehr leisten als ihre Hundeführer, sind jedoch auf Grund des Geländes meist die Hundeführer für ihre Hunde ein Hemmnis, da sie einfach nicht schnell genug sind.

Durch ihre Ausbildung, in der sie gelernt haben, daß Menschen für sie immer positiv sind und auf Grund ihrer Sinne (Nase, Ohren und Augen) sind Hunde in der Lage bei entsprechender Witterung einen Vermissten bereits auf mehrere hundert Meter Entfernung zu riechen - unabhängig von der Geländebeschaffenheit, der Tages- oder Nachtzeit und der Witterung. Faktoren die uns Menschen bei der Suche behindern.

Haben die Hunde einen Vermissten gefunden, zeigen sie dies dem Hundeführer durch aus- dauerndes Bellen an. Dies ist notwendig, da der Hund frei sucht und der Hundeführer somit nicht direkt bei seinem Hund ist. Er muß sich nun am Bellen des Hundes zum Vermissten orientieren können. Ein Hund der nicht ausdauernd beim Vermissten bellt, ist für einen Sucheinsatz nicht einsetzbar.

Beim Vermissten muß der Hund sich zudem passiv verhalten. Er darf ihn keinesfalls bedrängen und z.B. vor lauter Freude über das Finden auf dem gebrochenen Bein des Vermissten herumspringen. Er sollte sogar gelernt haben bei einem Vermissten in gebührendem Anstand zu bleiben, wenn dieser in seiner Verwirrung weiterläuft oder sich sogar dem Hund gegenüber aggressiv verhält.

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Selbstverständlich sollte ein Suchhunde auch für diese Einsätze in der Leichensuche ausgebildet sein, da er nur den Geruch anzeigen kann, der ihm bekannt und positiv ist. Gerade bei der Vermis- stensuche muß häufig nach Personen gesucht werden, die schon seit längerem vermisst werden oder bei denen auf Grund der Witterung, des kör- perlichen Zustandes oder einer Suizidgefährdung damit gerechnet werden muß, daß mit einem Überleben leider nicht mehr zu rechnen ist.

Auch muß er lernen unter Umständen den Auffor- derungen seines Hundeführers nicht Folge zu leisten. Und dies zu akzeptieren ist meist für die Hundeführer noch schwerer zu lernen.

Es kommt bei Suchen so gut wie immer vor, daß die suchenden Hunde Wild aufschäuchen (Suchhunde dürfen keinesfalls wildern). Würde sich das Wild zufällig genau in die Richtung be- wegen in der der Vermisste liegt, der Hund auch in die Richtung (dem Wild hinterher) laufen, würde so gut wie jeder Hundeführer seinen Hund zurück- rufen, da er glauben würde, sein Hund geht jagen.

Ein gut ausgebildeter Hund muß nun dieses Zu- rückrufen verweigern und zwar auf eine dem Hundeführer verständlche Art. Ansonsten würde der Vermisste überlaufen und nicht gefunden, da kein Hundeführer seinen Hund nochmals in Richtung Wild schicken würde.

Dieses blinde Verstehen zwischen Hund und Hundeführer ist die absolute Grund- vorraussetzung für einen Einsatz des Teams, ohne das geht es nicht.

Der Hundeführer hat bei der Suche zudem noch andere Aufgaben als nur seinem Hund hinterher zu laufen. Funkverkehr, die Orientierung mit Karte und Kompass im Gelände, das Suchgelände, die Ko- ordination mit den anderen Suchhundeführern und die eigene Suche beschäftigen ihn schon genug, als daß er noch mit lauten energischen "Kommandos" mit seinem Hund Kontakt halten muß. Bei einem eingespieltem Team geschieht die Verständigung nur durch angedeutet Zeichen und leise Hinweise, auf die ein selbstständig suchender Hund ohne große Worte reagiert.


Suchhunde sind somit in der Lage die eingesetz- ten Helfer entscheidend zu entlasten, indem vor- rangig schwer zugängliche Gebiete durch sie ab- gesucht werden oder indem gerade Nachts auf den ihren Einsatz zurückgegriffen wird.

Suchhunde jedoch in gut übersichtlichem Gelände einzusetzten wären total verfehlt.